Sprachtandems mit Geflüchteten

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Sprachtandems mit Geflüchteten
Angebot: 
Zusammen in Fürth

Zwischen Bulgursalat, Kichererbsen und einem zuckrig syrischen Nachtisch werden Familienfotos gezeigt und an der Weltkarte gestenreich von der äthiopischen oder irakischen Heimat erzählt. Das Projekt Sprachmenü im Gemeindehaus St. Paul führt Geflüchtete und Fürther zusammen. „Beim gemeinsamen Schnippeln der Zutaten kommt man leichter ins Gespräch,“ erklärt Felix Trejo vom Freiwilligen Zentrum Fürth. Nach dem Essen werden Telefonnummern ausgetauscht, denn das Ziel ist, sogenannte Sprachtandems zu bilden. Zwei Personen, Pärchen oder ganze Familien, lernen sich beim Essen kennen, um sich später häufiger zu treffen. Es geht darum, voneinander zu lernen: in erster Linie die Sprache, aber auch über die unterschiedlichen Weltregionen, über Bagdad oder Damaskus und über Fürth.

Ob man sich dann in einem Café oder beim Spaziergang im Park trifft, ob man einen Fahrradausflug unternimmt oder auch mal gemeinsam eine Party besucht, bleibt den Teilnehmern überlassen. Felix Trejo betreut die Freiwilligen, gibt Tipps für die Kommunikation und unterstützt bei Problemen. „Große Schwierigkeiten gab es bisher nicht. Meist läuft alles sehr harmonisch. Es kommen offene Menschen zusammen, die das Gleiche im Sinn haben: Sie wollen sich kennenlernen
und Begegnungen gemeinsam gestalten. Die Stimmung ist deshalb – nach anfänglicher Unsicherheit – auch schnell sehr kommunikativ und schön.“

Beatrice Mencacci, die haupt- und ehrenamtlich auch in Unterkünften arbeitet, lädt die Geflüchteten zu den Sprachmenüs ein. Für die Flüchtlingshilfe Fürth organsiert sie außerdem mit zwei ehrenamtlichen Kolleginnen das Projekt „Zusammen“. „Hier läuft das Kennenlernen etwas anders: Ohne anfängliches Sprachmenü mache ich Flüchtlinge und Einheimische miteinander bekannt. Von Beginn an achte ich auf Gemeinsamkeiten, dass die Kinder bei Familien im gleichen Alter sind oder das es ähnliche Interessen gibt.“ Neben dem Sprachaustausch ist hier ein dauerhafter Kontakt wichtiger. „Optimal ist, wenn Freundschaften entstehen,“ erklärt Beatrice Mencacci.

„Die Fürther helfen hier auch mal bei der Suche nach Wohnungen und Deutschkursen. Doch vor allem tauscht man sich über das Leben mit all dessen Problemen aus. So wie man es mit Bekannten eben tut.“ Auch bei „Zusammen“ wird gemeinsam gekocht. Gerne aber in den eigenen vier Wänden, um mehr voneinander zu erfahren: Wie man lebt, wie man isst und dass einen viel weniger unterscheidet, als vielleicht angenommen.

Teilnehmer für beide Projekt werden immer gesucht. Wer Lust hat, findet unter www.fluechtlingshilfe-fuerth.de/Zusammenruecken.pdf mehr Info und ein Kontaktformular für das Projekt „Zusammen“. Für die Sprachmenüs kann man sich unter post@freiwilligenzentrum-fuerth.de oder bei Felix Trejo 0911 2174 782 anmelden.