Altstadtspaziergang

FürthFaktor + Altstadtspaziergang
Altstadtspaziergang
Angebot: 
Auf leisen Sohlen durch ein lebendiges Viertel: Die Fürther Altstadt aus Sicht eines Liebhabers

Augen zu und nur auf die Töne lauschen: Kinderlachen, Glockenläuten, Hundegebell, Unterhaltungen. Augen auf und ein Blick aus dem Fenster: Sonne blendet und wärmt das Gesicht, die Blätter des Baumes vor dem Fenster rascheln, gegenüber winkt ein Nachbar. Es ist Samstag in Fürths Altstadt, und das bedeutet nicht nur Ausschlafen, Croissants und Kaffee, sondern auch dörfliches Leben, den Tag vor der Tür in Fürths Wohnzimmer verbringen, Flaneure und Familien beobachten.

Das Michaelis-Viertel ist Herz und Puls der Innenstadt Fürths, und so trifft hier aufeinander, was anderswo separiert voneinander stattfindet: Feierabend und Feiern, Leben und Arbeiten, Wohnen und Ausgehen. Das bedeutet auch Gesprächsstoff, Kontroversen, Wieder-Vertragen – eben Leben und Leben lassen. Wie gut ist es da, dass die Altstadt alles, was man zum Leben braucht, auf engstem Raum bietet: vom Lebensmittelladen bis zur fränkischen Feinkost, vom Second-Hand-Bücherfundus bis zum Schlüsselschleifer, von der Cocktailbar bis zum Frühstückscafé, von Sushi bis Griechisch und von Türkisch bis Thai.

Weil alles nur ein paar Gehminuten entfernt liegt, fällt die Entscheidung oft schwer, ob man lieber Gemüse samt ein paar philosophischen Zukunftsprognosen beim türkischen Familien-Laden um die Ecke kauft und zubereitet, oder sich lieber von einem der zahlreichen Gastronomen die Straße rauf und runter bekochen lässt. Abendliches Ausgehen gestaltet sich für Gustavstraßenbewohner und andere Nachbarn so alltäglich wie für andere Leute der Gang zum Bäcker. Denn man findet Freunde, gute Gespräche und ein leckeres fränkisches Bier oder einen feinen portugiesischen Wein nur einen Schluck weit entfernt.

Wer nicht damit gesegnet ist, hier zu wohnen, hat trotzdem die Möglichkeit, seinen Tag vollends in der vereinnahmenden Zuhause-Atmosphäre des Viertels zu verbringen. Ein Spaziergang um das Viertel herum offenbart nicht nur eine Vielfalt von Geschäften und Cafés, sondern auch historische Fürther Bausubstanz samt der in ihr versteckten Hofschätze. Wer schon einmal rosenumrankte Kleinodien hinter Sandsteinhäusern oder verborgene Wandelgässchen zwischen Pfarrhaus und Fischerberg entdeckt, über Jahrzehnte glatt geschliffenes Kopfsteinpflaster unter baren Sohlen gefühlt oder erhitzte Kinderhände in Brunnenwasser gekühlt hat, wer schon einmal ohne Zeitgefühl Stunden verplaudert hat auf einer hölzernen Bank, die ein Altstadtbewohner vor seine Tür gestellt hat – der spürt den Herzschlag des Ortes. Und weiß, dass es die Menschen sind, die einen Ort gestalten, beleben, ausmachen. Spuren hinterlassen oder auf Spuren wandeln – mit der Stadt auf Du und Du.