Färdd wärdd fair

Kinderarbeit. Armut. Hungersnot. Diese Attribute stehen für die Billigpreise vor allem in der Kleidungs- und Lebensmittelindustrie. Die Stadt Fürth stellt sich nun offiziell gegen die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen, um den Titel „Fairtrade Town“ tragen zu dürfen. Bereits im Juni 2012 hatte sich der Stadtrat für das Zertifikat beworben. Andreas Schneider vom „Eine-Welt-Laden Fürth“ und Elke Klemenz, Inhaberin von „FARCAP“, sind Mitglieder der Steuerungsgruppe und setzen sich seit geraumer Zeit für diese Anerkennung ein. Um „Fairtrade Town“ zu werden, müssen entsprechende Angebote aus zertifiziertem Fairen Handel in den örtlichen Geschäften und der Gastronomie, wie auch in städtischen Einrichtungen vertrieben werden.

Um „Fairtrade Town“ zu werden, müssen entsprechende Angebote aus zertifiziertem Fairen Handel in den örtlichen Geschäften und der Gastronomie, wie auch in städtischen Einrichtungen vertrieben werden.

12 Gastronomiebetriebe und 23 Einzelhändler müssen in Fürth Fairtrade- Produkte in ihrem Sortiment nachweisen, damit die Stadt den Titel erlangen kann. „Das ist im Lauf des Jahres 2015 zu erwarten,“ lässt uns Andreas Schneider wissen.

Elke Klemenz stellt klar, dass faire Preise, die von einigen Großunternehmen angeboten werden, nicht auch Fairtrade bedeuten. Oft stehen genau hinter diesen Slogans unmenschliche Arbeitsbedingungen, die zwar von der Gesellschaft kritisiert, deren vermeintlich faire Preise aber trotzdem akzeptiert werden. Dabei müssen Fairtrade-Erzeugnisse nicht unbedingt teurer sein als herkömmliche Produkte. Ihre Preise geben einfach den authentischen Gegenwert einer Ware wieder. Gratis dazu gibt es das gute Gefühl, das ein Fairtrade-Produkt in die Einkaufstasche bringt.

Auch die Qualität der Waren ist den Schleuderpreisangeboten überlegen. Produktion und Verarbeitung erfolgen viel achtsamer und dadurch wird eine längere Haltbarkeit, egal ob bei Lebensmittel oder Kleidung, garantiert. Darüber hinaus wird bei zertifizierten Fairtrade- Produkten meist automatisch darauf geachtet, dass ihre Herstellung WBG_unter ökologischen Bedingungen verläuft. Denn wer langfristig die Lebenssituation von Produzenten in Entwicklungsländern verbessern will, muss den Schutz der Umwelt und damit der Lebensressourcen mitbedenken. Melli, Praktikantin im Eine-Welt-Laden, kennt noch einen weiteren entscheidenden Vorteil von Fairtrade-Produkten: „Für meine Lieblingsschokolade aus Fairem Handel zahle ich mehr als für das Zeug aus dem Supermarkt, dafür genieße ich sie aber auch viel bewusster.“

Tatsächlich gibt es noch viel zu tun, um die Missstände in den Entwicklungsländern zu beseitigen. Und jeder von uns kann durch bewusstes Einkaufen ein Stück weit mithelfen. Ein Problem daran fasst Elke Klemenz zusammen: „Viele Menschen würden gerne fair einkaufen, wenn sie nur wüssten, wo.“ Nichts leichter als das: Darüber, welche Produkte Sie wo in der „Fairtrade Stadt Fürth“ finden, informieren Sie Andreas Schneider im Eine-Welt-Laden und Elke Klemenz im FARCAP gerne.

Eine Liste darüber, wo Sie in Fürth Fairtrade Produkte erhalten, können Sie sich hier als pdf-Datei herunterladen: